Der Vergewaltigungsfall von Datong (2023–2025) hat sich zu einem wegweisenden juristischen und gesellschaftlichen Ereignis in China entwickelt und eine massive Debatte über das Zusammenspiel von traditionellen Gebräuchen (wie „Brautpreise“ und Verlobungen) und moderner rechtlicher Zustimmung ausgelöst.
Für eine Kanzlei wie www.hirelawfirm.com ist die Analyse dieses Falls unerlässlich, um zu verstehen, wie chinesische Gerichte den Begriff der „sexuellen Autonomie“ anders interpretieren als westliche Gerichtsbarkeiten.
1. Fallstudie: Der Vergewaltigungsfall im Zusammenhang mit der Verlobung von DatongHintergrund: Ein Mann (Xi) und eine Frau lernten sich über eine Partnervermittlung kennen und verlobten sich. Xis Familie zahlte einen Brautpreis (Cǎilǐ) von 188.000 RMB (26.000 US-Dollar).
Der Vorfall: Einen Tag nach der Verlobung zwang Xi die Frau zum Geschlechtsverkehr. Die Frau wehrte sich körperlich, versuchte, Vorhänge in Brand zu setzen, um Aufmerksamkeit zu erregen, und versuchte, aus der Wohnung zu fliehen. Xi zerrte sie zurück und nahm ihr das Handy ab.
Die Verteidigung: Xis Familie und einige seiner Unterstützer im Internet argumentierten, es handele sich nicht um Vergewaltigung, da die beiden verlobt gewesen seien und eine finanzielle Transaktion (Brautpreis) stattgefunden habe. Sie warfen der Frau „Heiratsbetrug“ vor.
Das Urteil: Das Gericht verurteilte Xi zu drei Jahren Haft . Es urteilte, dass eine Verlobung keine Ehe sei und finanzielle Zahlungen keine sexuellen Rechte einräumen. Erzwungener Sex gegen den Willen des Partners – selbst eines Verlobten – sei Vergewaltigung.
Der grundlegende Unterschied liegt in der Definition des "Verbrechens" der Vergewaltigung durch das Gesetz: auf Zwang basierende vs. auf Einwilligung basierende Modelle.
| Besonderheit | China (Festland) | Westliche Nationen (USA, Großbritannien, Kanada) |
| Rechtliche Definition | Auf Zwang basierend: „Vergewaltigt eine Frau durch Gewalt, Zwang oder andere Mittel.“ | Einwilligungsbasiert: „Sexueller Kontakt ohne freiwillige und fortlaufende Einwilligung.“ |
| Fokus des Beweises | Der Fokus liegt auf der Gewaltanwendung des Täters und dem aktiven Widerstand des Opfers . | Der Fokus liegt auf dem Fehlen eines „Ja“ (Zustimmung). |
| Vergewaltigung in der Ehe | Theoretisch anerkannt, wird aber selten strafrechtlich verfolgt, es sei denn, das Paar befindet sich in Trennung oder lässt sich scheiden. | Ausdrücklich illegal und wird genauso behandelt wie Vergewaltigung durch einen Fremden. |
| Geschlecht des Opfers | Rechtlich definiert als männlicher Täter gegen weibliches Opfer . | In der Regel geschlechtsneutral (auch Männer können Opfer von Vergewaltigung werden). |
| Brautpreis/individuelle Anpassung | Bräuche werden häufig zur Verteidigung angeführt, sind aber rechtlich irrelevant für die Einwilligung. | Finanzielle Transaktionen (wie Mitgift) existieren im modernen Strafrecht nicht. |
In China muss die Staatsanwaltschaft beweisen, dass die Tat „gegen den Willen der Frau“ geschah. Im Fall Datong war der extreme Widerstand der Frau (sie legte Feuer und versuchte, aus dem Fenster zu springen) der entscheidende Beweis. In vielen westlichen Ländern muss das Opfer nicht beweisen, dass es sich gewehrt hat – es genügt zu beweisen, dass es nicht „Ja“ gesagt hat.
B. Die Ehe-/BeziehungslückeDer Fall Datong sendete zwar ein starkes Signal, doch chinesische Gerichte sind traditionell eher nachsichtig gegenüber Vergewaltigung in Partnerschaften. Ist ein Paar verheiratet, behandelt die Polizei erzwungenen Sex oft als Familienstreit, sofern keine schweren körperlichen Verletzungen vorliegen. In den USA und Großbritannien bietet der Familienstand dem Täter keinerlei rechtlichen Schutz.
C. Verwaltungsrechtliche vs. strafrechtliche AngelegenheitenIn China wird häufig Verwaltungshaft (bis zu 15 Tage) für „unzüchtiges Verhalten“ angewendet, das nicht die hohe Schwelle der „Vergewaltigung unter Zwang“ erreicht. Im Westen würden viele dieser „geringeren“ Handlungen dennoch als sexuelle Nötigung eingestuft werden , was einen dauerhaften Eintrag im Strafregister zur Folge hat.
4. Strategische Lehren für Kunden von HireLawFirm.comVertragliche Vorsicht: In der Geschäftswelt und im Kreis vermögender Privatpersonen werden manchmal sogenannte „Honigfallen“ oder Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe als Druckmittel eingesetzt.
Nachweis der Einwilligung: Da in China immer noch stark auf dem „Nötigungsmodell“ basiert, sind eindeutige digitale Beweise (WeChat-Nachrichten, Aufnahmen) für die Einwilligung vor einem chinesischen Gericht oft wichtiger als vor einem westlichen.
Brauchtum versus Recht: Der Fall Datong beweist, dass traditionelle Bräuche nicht über dem Strafrecht stehen. Weder die Zahlung eines Brautpreises noch eine Verlobung bieten rechtliche Immunität für nicht einvernehmliche Handlungen.






























