Ausreisebeschränkungen und Ausreiseverbot für China

In China ist ein Ausreiseverbot (出境限制) eine rechtliche Maßnahme, die gegen Ausländer verhängt werden kann, oft ohne vorherige Ankündigung. Die meisten Betroffenen erfahren erst von dem Verbot, wenn sie vom Zoll am Flughafen oder Grenzübergang angehalten werden.

Ausgehend vom Ausreise- und Einreiseverwaltungsgesetz der VR China und der jüngsten Rechtsprechung im Jahr 2025 sind hier die Hauptgründe, die zu einer Ausreisebeschränkung führen können:

1. Zivil- und Handelsstreitigkeiten (Der häufigste Auslöser)

Nach Artikel 28 des Gesetzes über die Ausreise- und Einreiseverwaltung kann ein Gericht einem Ausländer die Ausreise verweigern, wenn dieser Partei eines noch nicht abgeschlossenen Zivilprozesses ist.

2. Strafverfolgung und Gerichtsverfahren

Dies ist die schwerwiegendste Kategorie. Ihnen wird die Ausreise verweigert, wenn Sie:

3. Steuerrückstände (Nicht gezahlte Steuern)

Die chinesischen Steuerbehörden haben die Befugnis, die Ein- und Ausreisebehörden zu benachrichtigen, um die Ausreise von Ausländern mit erheblichen Steuerschulden zu verhindern.

4. Nationale Sicherheit oder „öffentliches Interesse“

Artikel 12 und Artikel 28 räumen dem Amt für öffentliche Sicherheit (PSB) bzw. dem Staatssicherheitsdienst weitreichende Befugnisse zur Ausreisebeschränkung ein, wenn:

Übersichtstabelle: Auslöser für Ausreiseverbote für Ausländer
KategorieTypischer GrundRechtsgrundlage
BürgerlichUnbezahlte Geschäftsschulden, Scheidungsvereinbarungen oder Vertragsbrüche.Volksgerichte
FinanzielleErhebliche unbezahlte persönliche oder Unternehmenssteuern.Steuerbehörde
KriminellerAls Verdächtiger, Angeklagter oder wichtiger Zeuge in einem Verbrechen.Polizei (PSB) / Staatsanwaltschaft
SicherheitGefährdung der nationalen Sicherheit oder der "öffentlichen Interessen".Ministerium für Staatssicherheit
VerwaltungVerstoß gegen Visa-/Aufenthaltsbestimmungen (z. B. illegale Beschäftigung).Ausreise- und Einreiseverwaltung
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Ein Ausreiseverbot kann Monate oder sogar Jahre dauern, während ein Fall durch das chinesische Gerichtssystem verhandelt wird. Wenn Sie vermuten, gefährdet zu sein:

  • KYC-Prüfung Ihrer Partner: Stellen Sie sicher, dass Ihre chinesischen Geschäftspartner stabil sind. Viele Ausreisesperren werden durch sogenannte „Langstreckenklagen“ ausgelöst – dabei verklagen lokale Kläger ausländische Führungskräfte, um eine außergerichtliche Einigung zu erzwingen.

  • Überprüfen Sie Ihren Steuerstatus: Bevor Sie China endgültig verlassen, sollten Sie sich eine Steuerbescheinigung ausstellen lassen , um sicherzustellen, dass keine Warnhinweise im System verbleiben.

  • Engagieren Sie einen professionellen Mediator: Wenn es zu einer zivilrechtlichen Streitigkeit kommt, ist es oft schneller und günstiger, diese außergerichtlich über einen Anwalt beizulegen, als auf die Aufhebung eines Ausreiseverbots durch ein Gericht zu warten.